Zahlreiche Studierendenvertretungen protestieren heute bundesweit für
eine Hochschulrahmengesetzänderung
Heute, am Mittwoch den 16. Mai, werden bundesweit an über 25 Hochschulen
Aktionen durchgeführt. Die Studierenden und ihre VertreterInnen protestieren
damit unter anderem dafür, Verfasste Studierendenschaften und deren Recht
auf freie Meinungsäußerung im Hochschulrahmengesetz zu verankern.
Die Bundestagsfraktionen von SPD und Bündnis'90/Die Grünen werden
mit den Aktionen und Protesten aufgefordert, ihre Koalitionsvereinbarung, die
die Absicherung Verfasster Studierendenschaften vorsieht, zügig umzusetzen.
Angesichts weiterer Klagen gegen Studierendenvertretungen unter anderem wegen
deren antirassistischen Engagements ist die untätige Haltung von SPD und
Bündnis 90/Die Grünen unverständlich. "Die zahlreichen Klageverfahren
gegen Studierendenvertretungen in den letzten Jahren machen eine Gesetzesänderung
im HRG notwendig. Wenn Studierendenvertretungen sich nicht mehr gegen Rechtsextremismus
aussprechen dürfen, ohne befürchten zu müssen, von rechtskonservativen
bis rechtsradikalen Studenten vor die Verwaltungsgerichte gezerrt zu werden,
dann stimmt etwas nicht", so Carmen Ludwig, Geschäftsführerin
des Bündnisses.
Gegen den AStA der Uni Düsseldorf wurde am 9.5.01 ein Eilantrag auf einstweilige
Anordnung eingereicht. Beanstandet wurde u.a. die Unterstützung eines Aufrufes
gegen eine NPD-Demo. Die Unterstützung des Aufrufs hatte die Vollversammlung
der Studierenden an der Uni Düsseldorf beschlossen. Die Klage wurde vom
Verwaltungsgericht wegen eines Formfehlers erst mal abgewiesen, der Ausgang
des Verfahrens ist bei einer erneuten Entscheidung weiterhin ungewiß.
"Die Situation ist nicht länger hinnehmbar. Wir brauchen Rechtssicherheit
bei unserer Arbeit in den studentischen Selbstverwaltungsorganen," so Ramona
Döring vom AStA-Vorstand der Uni Düsseldorf. Der AStA wird heute für
das Recht auf freie Meinungsäußerung von Studierendenvertretungen
eine Kundgebung, Aktionen und Veranstaltungen an der Hochschule durchführen.
Das Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit fordert die Bundestagsfraktionen
von SPD und Bündnis'90/Die Grünen auf, dieser Entwicklung an den Hochschulen
noch in dieser Legislaturperiode mit einer Änderung des Hochschulrahmengesetzes
entgegenzuwirken. Die Verfassten Studierendenschaften müssen im Hochschulrahmengesetz
abgesichert und deren Aufgaben präzisiert und erweitert werden!
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