Pressemitteilung des Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit
AStA Uni Gießen soll zu rechten studentischen Verbindungen
schweigen
Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz Hormuth untersagt Gießener
AStA die Beschäftigung mit Rechtsextremismus an der Hochschule
Das Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit kritisiert das Verhalten
des Gießener Universitätspräsidenten Stefan Hormuth, der seit
kurzem auch Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist, aufs
Schärfste. Hormuth hatte dem AStA in einer Rechtsaufsichtsverfügung
die Verteilung eines Flugblattes untersagt, mit dem der AStA die ErstsemesterInnen
über die studentischen Verbindungen in Gießen informieren wollte.
In der Einschreibewoche versuchen die studentischen Verbindungen, darunter auch
einige rechtsextreme Verbindungen, mit billigen Wohnungsangeboten ErstsemesterInnen
zu ködern.
"Gerade angesichts der zunehmenden rechtsextremen Betätigung an den
Hochschulen ist die Haltung des Vizepräsidenten der HRK unverständlich",
so Carmen Ludwig, Geschäftsführerin des Bündnis für Politik-
und Meinungsfreiheit. Mit seinem Versuch den AStA zum Schweigen zu bringen,
unterstützt Hormuth die Tätigkeit rechtsextremer Burschenschaften
in Gießen, wie z.B. der Dresdensia Rugia. So ist ein Mitglied der Dresdensia
Rugia NPD-Funktionär, im Bundesvorstand des "Nationaldemokratischen
Hochschulbundes (NHB)" sowie Mitarbeiter einiger rechtsradikaler und rechtsextremer
Blätter.
Das Vorgehen Hormuths ist auch juristisch fragwürdig, da er die aktuelle
Entwicklung in der Rechtsprechung zum "politischen Mandat" nicht berücksichtigt.
Erst im Mai diesen Jahres fällte das Verwaltungsgericht Bremen ein Urteil
zugunsten des AStA der Uni Bremen, und bestätigte somit, dass in der kritischen
Auseinandersetzung mit Burschenschaften nicht gegen das Verbot des "allgemeinpolitischen
Mandates verstoßen wird. In dem Urteil wird festgestellt, dass es
sich bei der kritischen Auseinandersetzung mit Studentenverbindungen um eine
hochschulpolitische Angelegenheit handelt. Das Bremer Urteil widerspricht so
der Rechtsauslegung des Giessener Präsidenten.
Der AStA Uni Gießen wird die politisch motivierte Verfügung des
Präsidenten nicht hinnehmen. "Hormuths Verhalten steht im Widerspruch
zu den öffentlichen Aufrufen zu Engagement gegen rechtsextreme Aktivitäten
und rechter Gewalt an der Hochschule. Hormuth untersagt die kritische Beschäftigung
mit rechtsextremen Burschenschaften auf dem Campus und toleriert somit deren
politische Betätigung an der Giessener Universität. Zu den zunehmenden
rechtsextremen Umtrieben an den Hochschulen werden wir auch künftig nicht
schweigen", sagt Tjark Sauer vom AStA zum Vorgehen des Giessener Präsidenten.
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