*Überwältigende Mehrheit gegen Studiengebühren
Tausende Studierende verabschieden bundesweite Resolution*
Egal ob in Gießen, Marburg, München, Bochum oder Münster - bundesweit finden
in dieser Woche Vollversammlungen an den Hochschulen statt. Die erarbeitete
Resolution wird überall mit überwältigenden Mehrheiten verabschiedet.
"Mehrere tausend Studierende sprechen sich damit erneut deutlich gegen
Studiengebühren und für eine abgesicherte studentische Interessenvertretung
aus", meinte Stefanie Geyer vom Vorstand des freien zusammenschluss von
studentInnenschaften (fzs).
Die Vollversammlungen sind ein erster Höhepunkt in der Kampagne "Kein Spiel
mit Bildung", die vom fzs gemeinsam mit dem Aktionsbündnis gegen
Studiengebühren (ABS) und dem Bündnis für Politik und Meinungsfreiheit (PM
Bündnis) koordiniert wird. Weitere Proteste sind geplant. "Am kommenden
Dienstag erwarten wir mehrere hundert Studierende zum Aktionstag in
Karlsruhe", so Geyer.
An der Geschwister Scholl Universität in München, wo gestern rund
fünfhundert Studierende zur Vollversammlung kamen, machte Ernest
Hammerschmidt, Geschäftsführer des ABS, in seiner Rede noch einmal die
Position des Bündnisses deutlich: "In der öffentlichen Debatte
überwiegt aktuell der Eindruck, zu Studiengebühren gäbe es keine
Alternative. Politikerinnen und Politiker übertreffen sich gegenseitig in
ihren Vorschlägen für neue und angeblich sozialverträgliche Studiengebühren.
Doch das ist falsch! Studiengebühren lösen keine
Probleme, sondern verschärfen die Misere des Bildungssystem.
Sozialverträgliche Studiengebühren kann es nicht geben. Das ist ein
Widerspruch in sich. Mit einer fortschrittlichen Steuer- und Finanzpolitik
wäre ein öffentlich finanziertes Bildungssystem dagegen problemlos möglich."
In Frage gestellt wird zur Zeit nicht nur das bundesweite
Studiengebührenverbot, sondern auch die Absicherung der studentischen
Interessenvertretung. Wird der Klage der unionsgeführten Bundesländer statt
gegeben, dann hätten Landesregierungen zukünftig nicht nur die Möglichkeit,
über die Einführung von Studiengebühren zu entscheiden,
sondern könnten auch die oft ungeliebten, weil kritischen,
Studierendenvertretungen abschaffen. Katharina Volk, Geschäftsführerin des
Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit, erläutert dazu: "Bayern und Baden
Württemberg haben diesen Schritt in den 70er Jahren schon vorgemacht; in
Hessen liegen konkrete Pläne auf dem Tisch. Wenn Studierende an den
Hochschulen Kundinnen und Kunden sein sollen, dann ist der Schritt sicher
nur folgerichtig. Das entspricht aber nicht unserem Bild von Studierenden.
Wir fordern, dass wir gleichberechtigte Mitglieder an der Hochschule sind
und damit auch das Recht haben,
unsere Interessen in Hochschule und Gesellschaft zu vertreten."
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