|
August 2001
Wie geht's weiter mit der HRG-Änderung zur Verfassten Studierendenschaft?
- Gespräche mit SPD und Grünen wurden intensiviert
Nachdem der Koordinierungsausschuss (KO) des Bündnisses für Politik
und Meinungsfreiheit im Herbst 2000 mit den bildungspolitischen Sprechern der
Grünen Bundestagsfraktion, Matthias Berninger und der SPD-Bundestagsfraktion,
Stephan Hilsberg, eine Einigung über einen gemeinsamen Gesetzentwurf erzielen
konnte, wurde dieser Gesetzentwurf dem Bundesbildungsministerium zur Prüfung
übersandt. Der Entwurf für die Änderung des Hochschulrahmengesetz
sieht die bundesweite Verankerung Verfasster Studierendenschaften und die Erweiterung
der Aufgaben der Studierendenvertretungen vor.
Mehrere Wochen war daraufhin von dem Verbleib und dem Umgang mit diesem Gesetzentwurf
nichts zu hören. Bei einem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär
im Bundesbildungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen (SPD), in Münster
Anfang Januar 2001 wurde den KO-VertreterInnen mitgeteilt, der Gesetzentwurf
sei wegen "zu hoher Regelungsdichte" verworfen worden. Eine genaue
Begründung, welche Teile des Entwurfs eine zu hohe Regelungsdichte enthalten,
wurde vom Ministerium bis heute nicht geliefert. Inzwischen hatte sich das bildungspolitische
Personal der beiden Regierungsfraktionen komplett ausgewechselt. Hilsberg war
ins Verkehrsministerium gewechselt, Berninger ging in die Landwirtschaft. Somit
mussten mit deren Nachfolgern Reinhard Loske (Grüne) und Jörg Tauss
(SPD) neue Gespräche aufgenommen werden, um die HRG- Änderung zu forcieren.
Diese Gespräche haben bislang lediglich den Erfolg gezeitigt, dass Zusagen
erneuert wurden, der Zeitplan für die Gesetzesänderung mit den vereinbarten
Formulierungen steht bisher allerdings noch nicht. Ein "Runder Tisch"
zwischen Bündnis und den beiden Fraktionen soll im September Klarheit bringen.
Mit den beiden bildungspolitischen Sprechern hat sich das Bündnis dahingehend
geeinigt, dass die Gesetzesänderung zur Verfassten Studierendenschaft als
Fraktionsentwurf und nicht übers Ministerium eingebracht wird, was das
Verfahren erleichtern und auch beschleunigen dürfte.
Grundsätzliche Unterstützung gibt es auch von Gerd Köhler (GEW-Hauptvorstand),
der die Arbeit des Bündnisses seit der Gründung begleitet.
Rechtsgutachten von Prof. Dr. Denninger zur Verfassten Studierendenschaft!
Es ist dem Bündnis gelungen, Prof Dr. Erhard Denninger von der Universität
Frankfurt/Main für ein Rechtsgutachten zu gewinnen. Das Gutachten ist bei
Interesse über die Geschäftsstelle erhältlich.
Erhard Denninger hat zum einen argumentativ belegt, dass der vom Bündnis,
Berninger und Hilsberg vorgelegte Gesetzesentwurf nicht zu detailliert ist für
ein Rahmengesetz (wie vom Ministerium beanstandet). Denninger geht zum anderen
der Fragestellung nach, ob der Bundesrat bei einer Änderung des §
41 Verfasste Studierendenschaft zustimmungspflichtig ist. Er kommt zu dem Schluss,
dass dies bei der Änderung der Aufgaben der Verfassten Studierendenschaft
nicht der Fall ist, was den VertreterInnen des Bündnisses weitere Handlungsspielräume
in den Gesprächen eröffnet.
Öffentlichkeitsarbeit wurde intensiviert!
Die Homepage des Bündnisses (www.studis.de/pm) wurde überarbeitet.
Vorbeischauen lohnt sich! Damit das Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit
einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht, haben wir Banner und Buttons für
die PM-Homepage gestaltet, die ihr auf euren Webseiten zum Verlinken einbinden
könnt.
Die Publikationen des Bündnisses sind jetzt auch auf der Homepage einsehbar.
Für den Herbst ist eine Pressekonferenz geplant, um auf der Zielgeraden
des (dann hoffentlich eingeleiteten) Gesetzgebungsprozesses noch einmal Druck
zu machen und Öffentlichkeit zu schaffen.
Noch Zeitungen und Plakate erhältlich!
Von der zu Beginn des Sommersemesters erschienenen Massenzeitung rund ums Thema
PM sind noch einige Exemplare in der Geschäftsstelle des Bündnisses
erhältlich! Themen der aktuellen Massenzeitung, mit der die studentische
Basis erreicht werden soll, sind unter anderem: Entstehung des juristischen
Konstrukts 'politisches Mandat', Hintergrund der KlägerInnen, Situation
der Studierendenvertretungen in Baden- Württemberg und Bayern, Zensur am
Arbeitsplatz und in der Schule.
Die Plakate des Bündnisses für Verfasste Studierendenschaften und
deren Recht auf freie Meinungsäußerung sind ebenfalls noch über
die Geschäftsstelle zu beziehen.
Darüberhinaus ist eine Broschüre zur Zensur von SchülerInnenvertretungen
in Arbeit, die bis Ende des Jahres erscheinen soll.
Carsten Peters (GEW-BASS, Mitglied im KO des PM-Bündnis)
Carmen Ludwig (Geschäftsführerin des PM-Bündnis, Mitglied im
fzs-Vorstand)
|